Tag 6 Konzert

Es gelingt mir immer besser, die Melodielinie mit schönem Klang zu spielen. Das stabile halten der Sitar bereitet mir noch grosse Schwierigkeiten, wie bei einer Gitarre muss die linke Griffhand sich frei bewegen können. Die Sitar wird im Schneidersitz gespielt, sie wird auf den linken Fuss gestellt. Mit dem Unterarm wird der Korpus stabilisiert. Jedesmal wenn ich etwas "in Fahrt komme" beginne ich die Sitar mit der linken Hand zu stützen.

Es ist noch kein "Meister" vom Himmel gefallen heisst es, ich möchte es langsam angehen und habe nicht den Ehrgeiz nach drei Tagen das Instrument richtig spielen zu können, davon bin ich weit entfernt. Aber es ist schön, das ich bereits auf den Klang achten kann, sobald ich repetitiv am üben bin.

Jetzt gegen 18:00 machen wir uns auf den Weg zum "Gopal Mandir", einem Tempel. Dort findet heute ein grosses Konzert statt.

krishna Tempel web

Die Musiker durfte ich fotographieren. Der wunderschöne Tempel aus dem 16. Jh wurde mit der Musik und den feinen Rosen-Düften mit einzigartiger Energie geladen. Gemeinsam spielten Vater Pandit Shivnat Mishra und Sohn Deobrat Mishra Sitar. Wir haben das Konzert sehr genossen. Es war märchenhaft.


Bemerkenswerte Begegnungen:

- Ein Junge, vielleicht 10 oder 12 Jahre alt, setzte sich im Tempel neben mich und lachte mich lange mit strahlenden Augen an. Mir war es gar nicht unangenehm. Er stellte mir dann in perfektem Englisch zwei Fragen: Freust du dich auf das Konzert, was ich mit Freuden bejahte. Dann fragte er mich, wie mein Gott heisse, eine Frage die in einen 500 Jahre alten Tempel passt. Ich antwortete ihm, ich sei in Europa christlich aufgewachsen und die Hindu-Götter lerne ich jetzt näher kennen, respektiere sie gerne.