Tag 0 Flug

Fliegen war noch nie meine Lieblingsbeschäftigung. Das Schlimmste sind die Flughäfen, mit ihren Duty-Free-Shops zeigen sie bereits ihr Gesicht. Sie schaffen Bedürfnisse und eine versnobbte Welt, die es gar nicht gibt. Bereits die Tatsache, dass Produkte in Varanasi zum gleichen Preis wie in Zürich gehandelt werden.

Ja, ich entschuldige mich bei wem auch immer, ein Massageöl von Body Shop, hätte ich auch vorab kaufen können.

Mit dem ganzen Sicherheitsbrimborium und all den Schranken, verwirrenden Geräten zum selber einchecken, wird die Sache auch nicht angenehmer. Warum müssen die Leute heute selber einchecken? Es geht weder besser noch schneller als früher, da noch nicht die Anforderung im Raum stand, auch das selbst ausführen zu können. Zudem entfällt das nette Lächeln der  Swiss-Angestellten die uns eine gute Reise wünschen. Die Swiss-Fachfrau war völlig absorbiert, als sie uns dabei half. Dafür hatten wir „Gute Reise“ in zwölf Sprachen auf dem Screen.

Flugzeuge sind laut und langweilig, zumindest nach den ersten 10 Minuten in der Luft.Im Rahmen meiner Reisevorbereitungen habe ich mir schöne Mantras auf mein Handy kopiert. Das geht nun gar nicht, mit keinem Kopfhörer konnte ich den Fluglärm überdecken. Frank Zappas Musikschlacht „Grand Wazoo“ ging nach 10 Minuten im allgemeinen Lärm unter. Ich vertrieb mir die Zeit mit denken, an meine Beziehung zu Leah, meine Kinder und an den Grund meiner Reise, eine Sitar zu erstehen und einige Grundlagen, diese zu spielen und mit nach Hause zu bringen.

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Meine ersten Eindrücke von Indien waren klimatisiert und hinter dickem Panzerglas, als wäre die Realität in einem Aquarium für gefährliche Fische gefangen. Der frühe Morgen beim Umsteigen in Delhi war schon von besonderer Atmosphäre.

sonnengebet

Mitten im Flughafengebäude in Delhi spazieren wir an dieser riesigen Plastik vorbei. Es ist eine schöne Darstellung des „Sonnengebets“, einer weit verbreiteten Yoga-Übung. Es scheint mir eine indische Art, ohne grosse Worte auf die eigene Kultur und Tradition zu vertrauen. Zumindest ist meine Abwehrhaltung gegenüber Abflughallen etwas dezidierter geworden.


 

Bemerkenswerte Begegnungen:

- Ein mir unbekannter Kontroll-Beamter der mich mit einem Abtast-Irgendwas,(ev.  Metalldetector) kontrollierte. Er fragte mich wohin die Reise geht. Varanasi! – Er strahlte richtiggehend, Mit wenigen Worten nahm er Kontakt auf, seine Begeisterung für diese Stadt war echt und eindrücklich.  

- Beim ganzen Flughafen-Personal oder auch den Barbetreibern fiel mir auf, sie sind sehr ruhig, wirken konzentriert und nehmen Augenkontakt auf.