Tag 7 Meine neue Sitar

Es war mir eine grosse Freude, meine eigene Sitar auszupacken, zu stimmen mit Deobrat's Hilfe und dann die ersten Klänge zu spielen. Ich war sehr motiviert. Das Spielen eines Instruments hat viel mit Haptik zu tun. Auch auf der Gitarre, das kenne ich nach jahrelangem spielen, das immer auch ein Abtasten ist, genau wie es sich anfühlt. Ein neues Instrument muss ertastet und der Klang internalisiert werden. Erst dann kann der Spielende ein Repertoire an nuancierten Klangfarben, feinen Modulationen und pointierten Rythmen entwickeln.

Noch fühlt sich meine Sitar fremd an. Aber sie macht mich "häppy".

Albert Sitar Neu web

Deobrat und ich sind im Eilzug unterwegs in meinen Lesson's. Er notiert viele kleine Übungen in indischer Schreibweise: ...  .PA   .DHA   .NI   SA    RE    GA   MA    PA   DHA    NI   SA  "RE   "GA   "MA  ... usw.
Ich bin schon gefordert, eine neue Notation, ein unbekanntes Instrument und all die fremden Eindrücke.

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Schlüssel zur Notation der Tonhöhen. Die Ryhmik wird mit Tabla-Notation geschrieben. Im unteren Teil des Bildes meine Übungen für die rechte Hand (Schlaghand).

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Übungen für die linke Hand, Deobrat war "gnädig" er schreibt mir zu Beginn alles nur in C-Dur, transponieren könne ich ja selber, das unterscheide sich nicht von der Gitarre. Das stimmt sicher, aber diese Dimension muss ich erst mal ausklammern.

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Das ziehen (Pitch) der Töne von einem zum anderen, ist wahrscheinlich das typische am Klang einer Sitar. Zugleich auch die grösste Herausforderung. Einen Ton auf die nächste Tonhöhe einer bestimmten Tonart zu ziehen ist eines, immerhin starte ich mit einem Ton, der entsprechend dem Bund erzeugt wird und kann ihn nun geziehlt nach oben ziehen. Ein anderes ist es, wenn ich erst die Seite ziehen muss, bevor ich sie anschlage um den gewünschten Ton präzise zu treffen. Sowas wie ein "blinder Landeanflug".

Bevor wir die Musikschule verlassen, geniessen wir den Sound im grossen Konzertraum. Joris spielt auf der "Bansuri" (Indische Holzflöte, auch das spielt er virtuos) ich geniesse es "Alap" zu spielen. Eine Technik zum Improvisieren, nichts Schwieriges, mehr mit Herz als Verstand.

Joris Albert web

Joris ist mit seiner Begeisterung nicht "unschuldig" dass ich es in Tat umsetzte und auszog um eine Sitar zu kaufen. Dank der lieben Unterstützung von Leah kann ich es hier voll geniessen.

sitar kunji

Auch unsere Academy liess sich ihre Anzeige direkt auf eine Backsteinmauer pinseln.

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Die "Kids" in der Nähe der Musikschule wollten auf ein Foto. Sie erkennen Joris noch vom letzten Jahr, ein 10-jähriger versprach, in Zukunft fleissig Sitar zu lernen.